Apennincross 2007

MACERATA FELTRIA - TORICELLE 399,5 km / 11105 hm

Via Monte Carpegna, Sasso Simone, Bocca Trabaria, Monte Nerone, Monte Catria

Teilnehmer:
Marc Kötter                          (MTB-Team Radkappen Maintal)
Michael Mastroserio             (Riegelhof Racing Team)

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29.06 Anreise

Genau so hatten wir uns das vorgestellt! Als Michael und ich  in Deutschland mit dem Auto gestartet waren hatten wir das für diesen „Sommer“ typische Wetter; nämlich wechselhaft und kühl. Je weiter wir nach Süden vorstießen desto besser wurde das Wetter, ab Bologna lief die Klimaanlage im Auto ohne Unterbrechung, so heiß war es. Uns war es mehr als recht denn für unsere diesjährige Tour war bestes Wetter Voraussetzung!
Nach etlichen Staus und hohem Verkehrsaufkommen waren wir endlich um ca. 20 Uhr in Macerata Feltria im Herzen des Montefeltro angekommen, nach kurzer Suche fanden wir auch unser Hotel  Pittinum. Das Zimmer war groß und geräumig und bot genug Platz um auch unsere Bikes aufzunehmen. Wir packten aber die Bikes erstmal ins Auto zurück und fuhren 10km weiter nach „Le Torricelle“ zu meinen Bekannten, dort stellten wir das Auto ab und deponierten unser Gepäck, denn unsere Tour sollte uns 1 Woche später zurück nach „Le Torricelle führen. Nach einem kurzen Gespräch fuhren wir wieder zurück, aßen im Hotel noch zu abend und gingen früh ins Bett.

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30.06 Macerata Feltria - Perticara / 1. Etappe

Macerata Feltria - Montecerignone - Villagrande - Passo Pugliano - San Leo - Piega - Montetiffi - Tornano - Perticara

Distanz : 48,1 km

Höhenmeter : 1735

Dauer : 8:20:17

Höchster Punkt : Passo Pugliano 983m

 

Nach einem typisch italienischen Frühstück ( hauptsächlich süß ) starteten wir unsere Tour, die „Ronda dell Appenino Emmilliano-Tosco-Umbria-Marcheggiani“, die große Runde quer durch die Appenninen der Provinzen Emilia-Romagna, Toskana, Umbrien und Marken. O.k, Umbrien und die Toskana würden wir nur kurz streifen, aber sie waren mit dabei!
Direkt am Hotel begann sofort der erste Anstieg auf Schotter, der uns schon zeigte von welchem Charakter das Montefeltro und die Appenninen sind. Zwar gibt es hier keine solch hohen Berge wie in den Alpen, dafür sind sie umso steiler! Auf dem kleinsten Ritzel kurbelten wir nach oben, schon jetzt lief der Schweiß in Strömen, kein Wunder bei jetzt schon 25 Grad am frühen Morgen. Nach diesem ersten Anstieg ging es immer wieder rauf und runter, welliges Profil. Das erste Ziel, Montecerignone, lag direkt vor uns, allerdings stellte sich uns der „Monte Faggiola“ in den Weg. Als wir näher kamen mussten wir feststellen,dass eine Überquerung dieses Berges unmöglich war, jedenfalls mit dem Bike. Steil, steiler, am steilsten schraubte sich ein gerölliger serpentinenreicher Klettersteig hoch auf die Spitze. Mit Karte und GPS konnten wir aber einen schönen Schotterweg um den Berg herum finden. Kurzer Downhill, dann ein kleiner Gegenanstieg auf Asphalt und sofort ging es wieder von der Straße ab in ein kleines Wäldchen wo wir wiederum auf Schotter direkt nach Montecerignone fuhren. Wir ließen uns den Spaß nicht nehmen und holperten auf einer langen Treppe bergab mitten durch die Altstadt. Unterhalb der Altstadt überquerten wir den Fluß „Conca“ und waren sofort mitten drin im nächsten Anstieg nach Villagrande. Hier passierte uns ein Fehler, wir nahmen den falschen Weg bergauf und standen nach einiger Zeit plötzlich weit oben auf einer Weide, kein Weg mehr weiter, nur noch Stacheldrahtzäune. Zurück wollten wir aber auch nicht, also schoben wir querfeldein über die Wiesen um wieder auf den Weg zurück zu kommen, was uns auch gelang. Der weitere Anstieg war dann schnell erledigt und mittags waren wir dann in Villagrande, wo wir die erste Pause machten.

 

Jetzt hatten wir nur noch den Anstieg zum Passo Pugliano auf auf knapp 1000m zu kurbeln, dannach ging es dann für lange Zeit auf Asphalt bergab! Trotz Asphalt machte der Downhill viel Spaß, denn es waren so gut wie keine Autos unterwegs. Ab und zu hielten wir an um Fotos zu machen, z.b. von der Festung in San Leo. Wir überquerten bei Secchiano einen weitern Fluß, die Marecchia, dann folgte unser nächster Anstieg hinauf nach Montetiffi. Zunächst war der Feldweg noch fahrbar, nach wenigen KM mussten wir aber aufgrund der Steilheit die Segel streichen und hatten hier unsere erste Schiebepassage. Zum Glück auf einem Feldweg, wäre das ganze ein steiniger Trail gewesen hätten wir ganz schön Probleme bekommen. Die hatten wir nämlich durch die selbst für mittelitalienische Verhältnisse hohen Temperaturen, mittlerweile waren es 38 Grad! Wir konnten gar nicht so viel trinken wie wir wieder rausschwitzten. Oben auf der Kuppe angekommen hatten wir einen fantastischen Blick über das Montefeltro hinweg bis in die nördlichen Appenninen. Dort war aber nicht unser Ziel, denn wir würden kurz davor nach Südosten abbiegen um unser heutiges Ziel, Perticara, zu erreichen.
Es folgte ein toller und kurvenreicher Schotterdownhill nach Montetiffi. Eine kurze giftige Asphaltrampe bergauf und dann bogen wir in den Wanderweg nach Perticara ab. Dieser führte zunächst leicht wellig bergauf und es hätte stundenlang so weiter gehen können wenn uns nicht wieder und wieder Stacheldrahtzäune am weiterkommen gehindert hätten! Es war zum verrücktwerden; ständig anhalten, Bikes drüber heben, weiter fahren, nach wenigen Minuten das ganze von vorne…….nach einiger Zeit hatten wir genug, ließen den Wanderweg Wanderweg sein und beschlossen, wieder einmal eine Wiese zu queren um auf die Straße zurück zu kommen, denn es war genau zu sehen dass der Wanderweg ständig von Zäunen unterbrochen wurde. Das war die beste Entscheidung überhaupt, es ging zwar nun steil bergauf, aber die Straße war schön schmal, verkehrsarm und in einem perfekten Zustand, so machte das fahren wieder Spaß. Wir hatten schwer mit der Hitze und entsprechenden Kreislaufproblemen zu kämpfen und machten daher immer wieder kurze Pausen. Wir erreichten Tornano, füllten unsere Flaschen auf und nahmen den letzten Anstieg zum Poggio Ciuffa in Angriff. Von dort konnten wir Perticara sehen aber dann hatte ich einen Platten, und das so kurz vor dem Ziel! Alles schimpfen half nix, der Platten war schnell behoben und wir konnten endlich nach Perticara fahren. Dort angekommen gönnten wir uns erstmal in einem Alimentari eine Cola und was zu essen, dann gings weiter zu unserem Hotel „Pian del Bosco“.

Während Marc noch ein paar Runden im Pool drehte machte ich mich schon fürs Abendessen fertig, welches wir uns redlich verdient hatten! Wir mussten nämlich genug Kohlenhydrate bunkern, denn morgen wartete ein trailiger und Höhenmeter reiche Tag auf uns!

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01.07 Perticara - Casa del Re ( Sestino ) / 2. Etappe

Perticara - Talamello - Novafeltria - S. Maria - Passo Celletta - Passo Trabucchetto - Carpegna - Passo Cantoniera - Banditella - Sasso Simone - Casa del Re

Distanz : 47,4 km

Höhenmeter : 1965

Dauer : 09:12:23

Höchster Punkt : Sasso Simone 1304m

Am zweiten Tag mussten wir erstmal vom Hotel aus steil bergauf zurück nach Perticara, das hatte den Vorteil dass unsere Beine gleich warm wurden! Heute ging es zuerst nach Talamello, aber nicht bequem über Straße sondern über Trail. Nach einigem suchen fanden wir den Einstieg unterhalb des Monte Perticara um nach wenigen Metern an einer Gabelung aber wieder ins grübeln zu kommen; müssen wir tatsächlich links den steilen Anstieg hinauf? Ein Blick auf die Karte und aufs GPS zeigte deutlich, dass der Weg wieder nach Westen abknickt, wir aber müssen nach Süden. Wo zum Henker geht der Trail weiter? Rechts ging es nur zu einem Bauernhof. Die Lösung: der Trail ging quasi direkt durch den Carport des Besitzers durch, dahinter, im Gebüsch, ging der Trail weiter, die Bäuerin war so freundlich uns darauf hinzuweisen!

Was dann folgte war einer der besten Trails die wir je gefahren sind. Immer leicht bergauf und bergab mit tollem Flow, surften wir immer schräg zum Berghang entlang, fantastische Ausblicke inklusive. Nach einigen Km war der Trail fürs erste vorbei und ein Schotteranstieg folgte. Von diesem Weg ging es aber nach kurzer Zeit wieder rechts ab auf den nächsten Trail, der zunächst noch leicht wellig weiterlief. Da aber Talamello tief unten im Tal lag konnten wir uns denken was noch kommt. Und tatsächlich, es ging immer steiler und verblockter bergab bis ich mit meinem Hardtail nur noch schieben konnte. Marc dagegen wagte es und konnte tatsächlich das meiste des Trails „fahren“, wobei rutschen es besser trifft. Aber solche Abschnitte gehören zu einer Mehrtagestour einfach dazu um auch mal die Technik zu schulen!

Quasi im steilem Sinkflug steuerten wir Talamello entgegen, immer wieder unterbrochen von atemberaubenden Ausblicken hinunter ins Tal. Dort angekommen mussten wir nun erstmal einiges an Km auf Asphalt vernichten um so nahe wie möglich an die Nordflanke des Monte Carpegna zu kommen. Über Novafeltria erreichten wir den tiefsten Punkt der Tour, Santa Maria, und überquerten abermals den Fluß Conca. Ab da war dann Höhenmeter vernichten angesagt. Zuerst auf Asphalt, dann auf Schotter mit sehr steilen Rampen. Wir mussten, um den Monte Carpegna zu überqueren, zunächst einen „Zwischenberg“ überqueren, in ein kleines Tal abfahren um von dort aus den weiteren Anstieg in Angriff zu nehmen. Nach einem kleinen Dorf, indem wir unsere Flaschen auffüllten, ging es abermals auf steilen Schotterwegen weiter, bis auf ca. 650m Schluss war mit fahren, es wurde nun so steil dass wir abermals eine Schiebepassage vor uns hatten. Aber auch das gehört zu einer Tour dazu! Der Weg wurde schmaler und schmaler bis er nur noch ein Trail war, leider zu steil zum fahren. Kurz unterhalb des Passo Celleta konnten wir kurz fahren, dann war wieder schieben angesagt. Zum Glück konnten wir den Pass samt Wegkreuz schon sehen, das erleichterte es. Oben angekommen das übliche „Passfoto“ und ausdiskutieren wie es nun weiter geht. Zwei Varianten hatten wir zur Auswahl : auf Trail weiter bergauf bis zur Spitze des Monte Carpegna, das bedeutete aber weitere 500hm steile und verblockte Schiebepassage, oder kurz auf Schotter bergab und den Monte Carpegna von Westen aus auf Asphalt und Schotter in Angriff nehmen. Dafür entschieden wir uns schließlich, und es war wieder mal die richtige, denn es wurde auf der Straße schon steil genug. Kurz nachdem wir dann das alte Kloster des Monte Carpegna passiert hatten öffnete sich vor uns die Hochebene, die typisch ist für diesen Berg. Auf steiler Skipiste ging es die letzten sehr steilen Km zum Passo Trabucchetto hinauf, mit 1350m zwar nicht so hoch wie der Monte Carpegna selbst aber wenigstens komplett fahrbar!

Jetzt wartete mal wieder ein Highlight, der Trail bergab nach Carpegna. Es ging erst an der steilen Bergkante entlang, dann hinter einem Wegkreuz der Trail, ein kilometerlanger Traum auf weichem Waldboden mit wenigen Wurzeln und Steinen, dafür mit super fahrbaren Spitzkehren, einfach klasse. Viel zu schnell war der Trail zu Ende und wir in Carpegna angelangt. Es war schon recht spät, die vielen Trailabschnitte heute kosteten eben Zeit, aber das war es uns wert.

Jetzt hatten wir noch zwei Anstiege zu bewältigen, zum einen auf Asphalt zum Passo Cantoniera, zum anderen auf Trail und Wanderweg zum Sasso Simone. Den Passo Cantoniera auf 1000m hatten wir schnell hinter uns, machten oben aber noch mal eine ausgedehnte Pause mit frisch belegten Brötchen und Cola. Wie in Italien üblich gab es dort oben ein ausgedehntes Waldgebiet mit Grill- und Picknickplätzen und entsprechenden Ständen, die Wurst, Käse und andere Leckereien verkauften. Gut für uns, wir waren ganz schön ausgehungert.

Dann der – vermeintlich – letzte Anstieg zum Sasso Simone. Der Sasso Simone ist nicht wirklich ein Berg, sondern ein ca. 1400m hoher Felsklotz mit einem großen bewaldeten Plateau auf der „Spitze“. Auf diesem Hochplateau gab es seit dem 12 Jhdt. sogar eine Burg mit großer Siedlung. Die Burg verfiel mit der Zeit und nur die Siedlung blieb übrig in der aber bis ca. 1960 sogar noch Leute lebten! Dann wurden diese zwangsumgesiedelt, weil es unmöglich war, durch die dichten steilen Wälder unterhalb des Plateaus Wasser – bzw. Stromleitungen zu legen. Die Ruinen der Burg und der Siedlung kann man heute noch erahnen.

Wir fuhren also zunächst auf wunderschönen Wanderweg, dann auf Trail dem Sasso Simone entgegen. An einer Kreuzung mitten im Wald die Frage : geradeaus, links oder rechts? Blick auf Karte und GPS: rechts auf keinen Fall, geradeaus bringt uns zwar in die richtige Richtung, dann müssten wir aber nochmals in ein kleines Tal hinunter und noch mal zum Sasso Simone hinauf um von dort aus zu unserem Rifugio zu gelangen. Links ab ein Wanderweg der um den Sasso Simone herum und dann auf den direkten Weg führt. Wir konnten aber zum Glück beim genauen  betrachten der Karte dann erkennen, dass der Wanderweg nach wenigen Km quer durch die Höhenlinien nach oben durch ging, was auf einen sehr steilen Klettersteig schließen ließ. Also entschieden wir uns für geradeaus, was sich wieder mal als richtige Entscheidung entpuppte. Zunächst auf tollem Trail bergab bis zu einer Wegkreuzung, wo es ins besagte kleine Tal bergab ging. Dort mussten wir hin und auf der anderen Seite wieder hoch um den Weg zum Rifugio zu erreichen. Das stellte sich dann aber als kurze Variante heraus und auch das schieben war nach wenigen Minuten geschafft. Dann ging es auf einem fahrtechnisch schweren aber nicht steilen Trail nur noch bergab und wir hatten es geschafft, vor uns tauchte das Rifugio Casa del Re auf, ein altes frisch renoviertes Bauernhaus. Wir wurden überaus freundlich empfangen, bekamen ein einfaches aber gemütliches Zimmer und genossen bei einem tollen Abendessen auf der Veranda den Sonnenuntergang und den Blick in die Monte della Luna die morgen auf uns warteten.

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02.07 Casa del Re - Apecchio / 3. Etappe

Casa del Re - Sestino - Passo Spugna - Parchiule - Bocca Trabaria - Citta di Castello - Val Vaschi - Bocca Serriola - Apecchio

Distanz : 82,1 km

Höhenmeter : 1685

Dauer : 07:15:35

Höchster Punkt : Bocca Trabaria 1100m

Am nächsten morgen frühstückten wir auf der Veranda des Casa del Re in der aufgehenden Sonne. Es schien wieder ein heißer Tag zu werden, die Sonne brannte jetzt schon ziemlich stark.
Nach dem Frühstück war für gut 30 min. Downhill auf Schotter angesagt, dann hatten wir Sestino in der östlichen Toskana erreicht. Wir deckten uns mit genügend Wasser und Proviant ein und machten uns auf den Weg zum Passo della Spugna. Zunächst steil auf Asphalt, später dann auf Schotter, denn der Passo Spugna ist noch einer der Pässe in Italien die auf den letzten Km nicht asphaltiert sind. Kehre um Kehre arbeiteten wir uns nach oben und hatten immer wieder tolle Ausblicke in die Alpe della Luna. Kurz unterhalb des Passes dann die Frage ob wir über den Monte Regina nach Colubraia in die Alpe della Luna fuhren oder die Variante über Parchiule ausprobierten. Da ich über den Monte Regina schon gefahren war und sich dies als zeitlich sehr aufwändig rausstellte, entschlossen wir uns, den Pass zu überqueren und nach Borgo Pace abzufahren. Also wieder mal ein kurvenreicher Schotterdownhill mit viel Flow. Von Borgo Pace aus gab es dann mehrere Möglichkeiten zur Bocca Trabaria, unserem nächsten Gipfelziel, aufzufahren: komplett auf Asphalt, allerdings mit starken Verkehr, denn diese Straße stellt die einzigste Verbindung vom Conca-Tal zu den wichtigen Städten Sansepolcro und Citta di Castello dar, auf einem Wanderweg steil bergauf oder über serpentinenreiche Waldwege direkt in die Alpe hinein um dort auf einen Querweg zur Bocca Trabaria abzubiegen. Wir entschieden uns für letzteres und fuhren zunächst Richtung Parchiule an einem kleinen Fluß mit vielen kleinen Naturschwimmbecken entlang.

Leider machte sich die nun schon Monate anhaltende Trockenheit bemerkbar, der Fluß führte sehr wenig Wasser und die Naturschwimmbecken waren teilweise verschwunden, normalerweise ein überwältigender Anblick mit kleinen Wasserfällen inklusive. Immer tiefer ging es in das Tal hinein und die Berge um uns herum immer höher. In Parchiule machten wir kurz Pause und fuhren dann auf Waldweg weiter. Der Wald wurde immer dichter und der Weg immer steiler, von den Bergen war wenig zu sehen, so dicht standen die Bäume beisammen. Uns war es aber recht denn die Hitze war schon extrem! Auf der Hälfte des Weges war dann Schluss mit fahren, es wurde zu steil. Schiebenderweise ging es weiter, der Weg verwandelte sich wieder in einen tollen Trail der bergab bestimmt einen Heidenspaß macht, bergauf war es sehr anstrengend aber die Blicke, die der Wald freigab, entschädigten dafür. Schließlich hatten wir den Querweg nahe der Bocca Trabaria erreicht und beratschlagten den weiteren Weg. Da wir vom schieben für heute genug hatten entschieden wir uns gegen den Trail den wir ursprünglich geplant hatten, denn der würde aufgrund der Steilheit des Geländes früher oder später wieder zur Schiebepassage werden! Im nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass die Alpe della Luna ungeeignet sind um sie komplett mit dem Bike zu durchfahren. Es sind äußerst steil aufragende Berge mit einem kaum vorhandenen Wegenetz, landschaftlich ein Highlight aber zu steil. Besser ist es, die wenigen fahrbaren Pässe, wie die Bocca Trabaria, zu nutzen um auf die andere Seite nach Umbrien zu kommen.

Wir fuhren also auf Schotter runter zur Straße und bogen ab zur Bocca Trabaria auf 1100m, die wir dann nach 30 minütiger Auffahrt ereichten. Auch hier war zu erkennen dass es auf Trail unmöglich war auf dem Kamm der Alpe weiter zu fahren, der Trail wand sich äußerst steil in den Wald nach oben, selbst ohne Bike hätte man da seine Mühe gehabt hoch zu kommen. Schade aber nicht zu ändern. Die Landschaft entschädigte aber dafür!

Dann gings 12km bergab auf Asphalt bis nahe Sansepolcro, wieder mal war ungewöhnlich wenig Verkehr und man konnte es laufen lassen. Unten angekommen ging es zunächst flach auf Nebenstraßen Richtung Citta di Castello, dann bogen wir inein kleines Nebental, das Val Vaschi, ab. Nun fuhren wir kilometerlang durch dieses einsame Tal stetig auf und ab. Dann der nächste Anstieg auf Schotter nach Fraccano und von dort aus auf Asphalt lange bergauf zur Bocca Serriola, dem nächsten Übergang nach Umbrien hinein auf ca. 750m. Wir machten aber unterwegs Pause in einem kleinen Ristorante nahe der Straße und streckten die Beine aus.

Als wir die Bocca Serriola erreicht hatten machten wir das übliche Foto und stürzten uns in den Downhill nach Apecchio. Kurz vor Apecchio mussten wir abbiegen um zu unserer nächsten übernachtung, dem Landgut Ca Cirigiolo, zu kommen. Da war noch mal beißen angesagt, denn es ging nochmals ein paar Km steil bergauf. Dann hatten wir es geschafft, das Landgut lag vor uns. Geräumiges Zimmer, Pool, schöner Garten, alles da! Und als dann abends extra für uns als einzigste Gäste das Restaurant angeschmissen wurde fühlten wir uns wie zu hause. Wir bekamen ein Abendessen an das wir noch lange zurück denken mussten, alle vier Gänge waren hausgemacht und der Wein stammte vom eigenen Weinberg! Müde und satt gings früh ins Bett.

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03.07 Apecchio - Palcano / 4. Etappe

Apecchio - San Filippo - Serra di Stretta - Seravalle di Carda - Monte Nerone - Cerretto - Pianello - Moria - Monte Petrano - Palcano

Distanz : 64,2 km

Höhenmeter : 2025

Dauer :  09:30:02

Höchster Punkt : Monte Nerone 1500m

Der vierte Tag unserer Tour begann so wie der dritte, mit einem Downhill nach Apecchio. Wir wollten dort früstücken, denn wir wollten der Schwester des Besitzers von Ca Cirigiolo nicht zumuten, extra wegen uns beiden von Apechhio aus nach oben ins Landgut zu kommen um uns das Frühstück zu zubereiten, sie hatte sich abends so viel Arbeit und Mühe mit dem essen gemacht dass wir uns auf diese Weise erkenntlich zeigen wollten.

Wir suchten uns in Apecchio eine Bar und bestellten Capuccino und belegte Brötchen. Dann ging es weiter, denn heute warteten gleich zwei sehr lange Anstiege auf uns, zum Monte Nerone und zum Monte Petrano.

Eigentlich wird die gesamte Gegend hier in den westlichen Appeninen als „Monte Nerone“ bezeichnet, es ist gleichzeitig auch der höchste Berg. Von Apecchio aus fuhren wir zunächst bergab nach San Pian di Mulino, die Straße führte ganz eng an den steilen Bergen entlang dass man sich teilweise wie in einem Canyon versetzt fühlte. Ein fantastisches landschaftliches Erlebnis! Dann wurde es ernst, der Anstieg begann. Serpentine um Serpentine ging es nun stetig bergauf. Serravalle  di Carda war dann die letzte Möglichkeit um nochmals Wasser und Essen zu fassen, dann begann der finale Anstieg in die einsame Bergwelt des Monte Nerone. Wie bei einem Alpenpass schraubten wir uns Kurve um Kurve nach oben. Hier konnte man aber ein gutes Tempo fahren, nie war es so steil dass man vorne auf das kleine Blatt schalten musste. Mittlerweile hatte es sich etwas bewölkt, das war aber nicht schlimm, ganz im Gegenteil, aufgrund der unglaublichen Hitze von wieder mal fast 38° waren wir über jede Wolke froh.

Unterwegs machten wir Bilder von Pferden auf einer Weide, mit den Bergen im Hintergrund ein schönes Motiv. Kaum ein Geräusch war zu hören, nicht umsonst befanden wir uns in einer der am dünnsten besiedelten Gegenden Italiens.

Dann hatten wir den höchsten Punkt des heutigen Tages erreicht, die Spitze des Monte Nerone konnte nicht erreicht werden denn dort oben stand ein großes Sendezentrum des Italienischen Fernsehens mit riesiger Antennenanlage. Aber 1500m waren auch schon genug. Auf einem kurzen Trail ging es bergab und die Straße hatte uns wieder. Nun fuhren wir quasi auf dem Kamm des Monte Nerone Bergmassiv entlang, zunächst leicht wellig auf schmaler Straße, eigentlich mehr ein asphaltierter Feldweg, dann zwischendurch wieder Schotter. Kein Wanderer, kein Biker war hier oben zu sehen, wir waren ganz alleine. Das war doch mal ganz anders als auf den mittlerweile ziemlich überlaufenen Transalp-Routen!

Dann war wieder Kurventechnik angesagt, über schier endlose Serpentinen ging es lange Zeit bergab Richtung Pianello bis die Bremsen glühten. Unterhalb von Cerreto bauten wir noch eine steile und technisch schwere, aber kurze Trailpassage ein, das hatten wir uns nach dem vielen Asphalt verdient. In Pianello selbst war wieder Pause angesagt, dann kam der letzte Anstieg zum Monte Petrano. Ich rief aber zunächst in Palcano, unserem Tagesziel für heute, an um nach Abendessen zu fragen. Überraschung; unsere Unterkunft war ein reines Bed and Breakfast ohne Abendessen. Restaurants gab es erst wieder in Cagli, und dazu hätten wir von Palcano aus wieder bergab und nach dem Essen wieder bergauf gemusst. Was tun? Der Besitzer unserer Unterkunft, ein Italiener der in Amerika geboren und aufgewachsen und daher auch englisch beherrschte, empfahl uns, auf dem Monte Petrano zu abend zu essen, dort sollte es ein paar Ausflugslokale geben. Gesagt getan, über Moria nahmen wir den letzten Anstieg in Angriff. Der entwickelte sich dann zu einer wunderschönen aber anstrengenden Auffahrt auf Asphalt und Schotter. Oben angekommen fanden wir tatsächlich ein unscheinbares Lokal vor indem wieder mal extra für uns der Herd angefeuert wurde. Wir aßen sehr leckere hausgemachte Pasta und nahmen noch belegte Brötchen für den spätabendlichen Hunger mit.

Dann packten wir unsere Sachen und beschlossen, über die Südflanke des Monte Petrano abzufahren, dies schien nach Blick in die Karte als die vielversprechenste Variante. Und tatsächlich, der Weg über die Südflanke war ein toller Schotterdownhill auf losem Untergrund, aber nie so geröllig dass es gefährlich geworden wäre. Man konnte sogar mit recht hoher Geschwindigkeit durch die wieder mal vielen Kehren surfen. Und das beste war, dass der Downhill genau vor unserer Unterkunft endete, dem Ca Nicassio. Dort erwartete und schon der Besitzer und seine irische Frau. Überhaupt war der Weiler Palcano recht international, zu den Nachbarn zählten u.a. ein Rumäne, eine Chinesin und noch mehrere Deutsch-Italienische Familien.

Das Zimmer war wieder mal von der gemütlichen Sorte, blitzsauber und mit schönem Ausblick auf die Berge. Abends wurden wir dann noch zu einem Glas Wein auf die Veranda eingeladen bei dem es jedoch nicht blieb...

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04.07 Palcano - Val d`Arca / 5. Etappe

Palcano - Cantiano - Monte Tenetra - Bocca della Valle - Sella dell Infilatoio - Monte Catria - Fonte Avellana - Frontone - Torricella - Val d`Arca

Distanz : 53,2

Höhenmeter : 1660

Dauer : 07:12:45

Höchster Punkt : Monte Catria 1454m

An diesem morgen bekamen wir das mit Abstand beste Frühstück dieser Tour serviert, Brian und Susan gaben sich wirklich alle Mühe uns satt zu bekommen! Eine gute Grundlage hatten wir auch nötig, denn heute sollte es über den höchsten Berg der Marken, Monte Catria mit 1700m gehen.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und fuhren los, wieder mal bergab von Palcano aus nach Cantiano. Zunächst war der Monte Tenetra angepeilt, laut Karte schien es einen einigermaßen fahrbaren Weg dort hinauf zu geben, und auch die Passanten, die wir fragten, bestätigten dies. Also auf zum Monte Penetra. Es ging eigentlich sofort ab der Ortsmitte sehr steil bergauf, der grobe Schotter sorgte dafür, dass wir recht bald das kleinste Ritzel auflegten. Der Ausblick um uns herum war grandios, zur linken sahen wir unseren gestrigen Berg, den Monte Petrano samt der tollen Schotterabfahrt, direkt vor uns der Monte Penetra und zu unserer linken der Monte Catria, der steil über allem trohnte. Nach einigen Km war mal wieder schluss mit fahren und schieben angesagt, und diese Passage entwickelte sich zu einer echten Schinderei, denn es wurde äußerst steil, zudem begann der Wind aufs heftigste zu stürmen an so dass wir teilweise dachten dass es uns vom Berg fegt! Ein kurzes Stück führte die Schiebepassage an einer steilen Abbruchkante des Berges entlang, hier war Schwindelfreiheit Voraussetzung! Der letzte Km schließlich war dann auch fast schon eine Tragepassage, so steil wurde es. Jedesmal wenn wir über eine Kuppe drüber waren wartete dahinter schon die nächste. Dann erreichten wir aber endlich den Gipfel des Monte Penetra an dem direkt eine wunderbar fahrbare Schotterpiste vorbei führte! Ein Blick in die Karte offenbarte, dass dieser Weg von Cagli aus hier hoch führt, d.h. definitiv fürs nächste mal: erst auf Asphalt nach Cagli, dann über Schotter und Forstweg zum Monte Penetra. Die Schiebepassage kostete einfach zu viel Körner, egal wie landschaftlich schön sie auch war.

Von nun an konnten wir wieder einiges an Km gut machen, die Schotter/Erdpiste führte leicht welig an den Hängen des Monte Catria entlang, und je näher wir diesem kamen umso schneller mussten wir feststellen dass der Gipfel mit dem Bike unerreichbar war. Wie so viele andere Berge der Appeninen besaß der Monte Catria eine äußerst steil zulaufende Spitze die man eigentlich nur durch klettern erreichen konnte. Ca. 100-200hm unterhalb des Gipfels verlief dann der Forstweg, von diesem aus es dann auf den Klettersteig ging. Selbst zum tragen war es zu steil, also blieb es bei 1500m als höchsten Punkt tags zuvor am Monte Nerone.

Wir umrundeten den Monte Catria weiter auf der Schotterpiste und gelangten so auf die Rückseite von der aus wir den Downhill zum Kloster Fonte Avellana suchten. Wieder mal zwei Möglichkeiten zur Abfahrt : entweder auf steilstem Gerölltrail senkrecht nach unten oder flowig auf Schotter/Forstweg, für den wir uns dann entschieden, wir waren ja auf Appeninen-Durchquerung und nicht auf einem Extrem-Trial-Trip. Der Forstweg, der in unzähligen steilen Kehren zum Kloster hinab führte war schon schwierig genug zu fahren, er erinnerte mich an die Abfahrt vom Tremalzo-Pass oberhalb des Gardasees hinunter zum Passo Nota; ausgewaschen, geröllig, holprig – geil!

Gut durchgeschüttelt erreichten wir am frühen Nachmittag das einsam gelegene Kloster Fonte Avellana, wo wir eine längere Pause mit Cappuccino und Brötchen einlegten, denn es fing tatsächlich an etwas zu regnen! Nach einer knappen halben Stunde war der Spuk vorbei, und bereits weitere 30 min. später war von dem Regen nichts mehr zu sehen, die knochentrockene Erde hatte alles aufgesaugt.

Vom Kloster aus gings auf Asphalt runter zur Straße, die Pergola mit Cantiano verbindet. Statt wie geplant den ganzen Rest des Tages auf Asphalt zu fahren entschlossen wir uns, die direkte Variante nach Val d`Arca, unserem heutigen Ziel, zu nehmen. Das bedeutete zwar, einen kleineren Berg zu überqueren, sah aber auf der Karte wesentlich interessanter aus als die Straße. Und so war es auch, über kleine steile Nebenstraßen und Schotterwege fuhren wir in absoluter Einsamkeit Richtung Monte Serriola, umrundeten diesen und fuhren zur nächsten Straße bergab. Dort ein kleines Stück weiter bergab und es ging bald wieder rechts hoch. Hier war nochmals kurz Zähne zusammenbeißen angesagt, denn es führte mal wieder steil bergauf, wenn auch nur kurz. Dann war es endlich geschafft, aber kurz bevor wir den Agriturismo Vecchia Quercia erreichten gab es noch mal einen kurzen und sehr heftigen Regenguss der uns patschnass machte. Störte uns aber nicht weiter, denn wir konnten wenige Minuten später unsere Kleidung im Zimmer wechseln. Bis zum Abendessen war noch Zeit die wir mit Wäsche waschen und Fotos schießen nutzten. Bei einem wieder mal sehr guten und reichlichen Abendessen ließen wir den Tag auf der Veranda des Restaurants ausklingen. 

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05.07 Val d`Arca - Piobicco / 6. Etappe

Distanz : 61,4 km

Höhenmeter : 975

Dauer : 08:07:46

Höchster Punkt : Monte Paganuccio 511m

Böse Überraschung am nächsten morgen nach dem Frühstück, als wir losfahren wollten hatte Marc einen Platten! Obwohl wir den Schlauch ganz genau in einem Eimer Wasser untersuchten ließ sich kein Loch finden, also neuen Schlauch rein und den alten weggeschmissen.

Der heutige Tag sollte quasi eine Überführungsetappe werden, wir waren mittlerweile im Apeninen-Vorland angekommen und wollten nun wieder in das Monte Nerone Gebiet zurück, diesmal allerdings auf die nördliche Seite nach Piobicco. Also fuhren wir zunächst nach Pergola bergab und bogen kurz vorher in die Monti Paganuccio ab. Es folgte eine wunderschöne und hocheinsame Fahrt auf schmalen Nebenstraßen quer durch die Hügellandschaft der Marken. Auch das Wetter war trocken und heiß – noch. Geplant war, den Monte Paganuccio selbst zu überqueren, auf seiner Nordseite abzufahren und durch den Gola di Furlo nach Piobicco zu gelangen. Der Gola di Furlo ist ein römischer Straßentunnel, komplett von Hand durch den Fels gehauen führt der Weg an einem Fluß entlang durch eine hohe Schlucht, eines der Wahrzeichen der Provinz Marken!

Als wir dann aber den Fuß des Monte Paganuccio erreicht hatten und gerade auf den Schotterweg zum Gipfel einbiegen wollten, verdunkelte sich binnen Minuten der Himmel bedrohlich schwarz und es fing zu donnern an. Der Wind wurde stark und wir konnten genau erkennen dass es sich direkt über dem Berg mächtig zusammenbraute. Es half nix, wir entschlossen uns, direkt zum Gola di Furlo zu fahren und das Gewitter abzuwarten. Und tatsächlich, kaum hatten wir uns in einem Cafe untergestellt fing das Gewitter an. Wenn wir jetzt am Berg gewesen wären hätte das sehr gefährlich für uns werden können. Also warteten wir bei Capuccino und Espresso das Gewitter ab. Nach ca. 1 Std. war es vorbei und wir fuhren zum Gola di Furlo, machten ein paar Fotos und drehten um um nach Piobicco zu fahren, nicht ohne eine Pause am alten Kloster S.Vincenzo zu machen, wo es bei einem Asflugskiosk die besten Piadina weit und breit gab. Piadina sind gefüllte Rollen aus einem ganz speziellem Teig und muss man gegessen haben wenn man in den Marken unterwegs ist.

Während des Essens ging der nächste Gewitterschutt runter und wir zum warten verurteilt. Dann gings aber endlich weiter. Das Vorhaben, über die urbanischen Hügel nach Piobicco zu fahren, ließen wir nach einem Blick in die Karte sein, es wäre ein heilloses drucheinander von Wegen geworden und hätte uns zur Orientierung sehr viel Zeit gekostet. Außerdem konnten wir vor Ort direkt erkennen, dass es zwischen den Hügeln jeweils stark bergab und wieder bergauf ging, das bedeutete ohne Zweifel mehrere Schiebepassagen nach oben. Also nahmen wir die Straße durch die canyonartigen Schluchten des Monte Nerone um nach Piobicco zu kommen, und das erwies sich jedenfalls landschaftlich als hervorragende Alternative. Links von uns das Bergmassiv des Monte Nerone, links der wilde Fluss Biscobuio.

Am späten Nachmittag erreichten wir Piobicco und fragten direkt in einem Hotel an der Hauptstraße nach einem Zimmer. Zwar ohne Frühstück, aber das war ja kein Problem, denn direkt nebenan gab es eine Bar wo wir am nächsten morgen bestimmt was bekommen würden. Abends hatten wir dann wieder mal ein äußerst gutes und preiswertes Essen direkt im Restaurant des Hotels. Früh gings ins Bett, die Tour zeigte mittlerweile ihre Spuren mit zunehmender Müdigkeit. Morgen die letzte Etappe und dann war es geschafft.

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06.07 Piobicco - Toricelle / 7.Etappe

Piobicco - Monte Montiego - Porreo - Urbania - Peglio - Toricelle

Distanz : 43,1km

Höhenmeter : 1060

Dauer : 04:37:35

Höchster Punkt : Monte Montiego 777m

Den letzten Tag ließen wir wie immer locker angehen. Wir schliefen etwas länger bevor wir in die Bar neben an gingen um zu frühstücken. Dann ging es zum letzten langen Anstieg unserer Tour, kurz hinter Piobicco bogen wir auf eine Schotterpiste ab und arbeiteten uns zum Monte Montiego hoch. Zuerst in der prallen Sonne, dann ging es wieder etwas tiefer in den Wald hinein, trotzdem hatten wir immer wieder freien Blick auf die umliegenden Colli di Montiego, ein Vorgebirge der Apeninen mit max. 1000m Höhe. Oben, kurz unterhalb des Gipfels, führte die Waldwegspiste wieder leicht auf und ab durch tiefgrüne Wälder. Direkt hinter uns ragte steil der Monte Nerone mit seinen markanten Sendeantennen auf.

Hier war es so schön dass es uns fast ein wenig leid tat als der Downhill nach Urbania begann. Wie so oft in den Apeninen hatten wir das Vergnügen auf vielen Kehren bergab Reifen und Bremsen glühen zu lassen. Ich bin ja sonst kein großer Freund von Schotterpisten aber hier in den Apeninen beginnt man sie zu lieben.

Wir kamen unten im Metauro-Tal an und steuerten auf Urbania zu. Statt wie geplant die Straße zu nehmen entdeckten wir direkt vor uns einen Feldweg der in die gleiche Richtung führte. Der Feldweg wurde immer schmaler und entwickelte sich zu einem schönen aber leider etwas kurzem Trail der direkt in Urbania endete. Dort suchten wir uns einen Platz direkt in einem Cafe in der Altstadt, bestellten Eis und Capuccino und legten die Beine hoch. Stundenlang hätten wir so sitzen können aber irgendwann muss man ja die Tour zu Ende bringen. Also auf zum letzten Anstieg nach Peglio!

Zunächst ein paar Km auf der Straße Richtung San Angelo in Vado, dann nach rechts hoch. Der Anstieg war recht steil aber kurz und Peglio schnell erreicht. Man nennt Peglio den „Balkon der Marken“ und das trifft es auch, man hat von dort oben einen fantastischen Blick sowohl zum Monte Carpegna und dem Sasso Simone als auch in die südlichen Apeninen mit Monte Nerone, Monte Petrano und Monte Catria. Wir nahmen von Peglio aus die alte Straße nach  Sassocorvaro, die sich langsam aber sicher in eine Schotterpiste zurück verwandelt.  Nur kurze Zeit fuhren wir durch das kleine Apsa-Tal, denn der definitiv letzte Anstieg hinauf nach San Giovanni di Bolsignano begann gleich nach der Abfahrt. Auch hier wieder hocheinsame Nebenstraßen die an Landgütern vorbei führten. Typisch mal wieder für die Marken dass die Straße direkt steil den Berg hinauf ging statt Serpentinen auszunutzen, die begannen erst weiter oben, als die Wälder der Monti Toricella begannen. Am nächsten Abzweig nach Lunano überlegten wir kurz, der Tour noch einen knackigen Downhill zu bescheren um dann von Lunano aus hoch nach Toricelle zu meinen Bekannten zu fahren – ließen es aber sein, denn der Anstieg von Lunano nach Toricelle ist so ziemlich das steilste was ich an Uphills kenne.

Wir folgten der Straße auf dem Bergkamm entlang, dann der Abzweig nach links direkt über die Hügel runter nach Toricelle, wir hatten es geschafft! Wir waren früh angekommen, umso besser, wir waren ziemlich kaputt und hatten uns einen ruhigen Nachmittag verdient. Nachdem wir uns frisch gemacht und ein paar Sachen eingekauft hatten begann der gemütliche Teil des Tages; abhängen, im Pool schwimmen und abends saßen wir bei Pizza und Rotwein noch lange auf der Veranda und erzählten Michaels Bekannten von unserer Tour.

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Fazit : Zum einen hatten wir sehr großes Glück mit dem Wetter, wir erwischten einen der heißesten und trockensten Juli den es je in Italien gegeben hat. Die insgesamt 1:30 Std. Regen fallen da überhaupt nicht ins Gewicht. Die Unterkünfte waren alle nur zu empfehlen, wir wurden äußerst freundlich empfangen und behandelt, Gastfreundschaft von ihrer besten Sorte.

Die markischen Apeninen und ihre Grenzgebirge entpuppten sich als Gegenstück zu den spanischen Pyrenäen : hocheinsam, wenig fahrbare Wege, nicht besonders hohe aber äußerst steile Berge die uns teilweise alles abverlangten! Es gab mehr Schiebepassagen als in den Alpen, dafür waren die Eindrücke der Natur um uns herum überwältigend. Die Trails und Schotterwege waren sämtlich gut fahrbar und machten viel Spaß, aber selbst auf den vielen Asphaltabschnitten kam nie Langeweile auf, handelte es sich doch oft eher besser asphaltierte Feldwege. Autos, Wanderer oder gar Biker sind uns so gut wie nie begegnet - aber gerade das machte den Reiz dieser Tour aus!